Rafael Daun , eingetragen am 8. Mai 2007, 21:41

Border-Pipes Konzert mit Fred Morrison

Die Zusammenstellung der Bordune ist unterschiedlich: entweder, wie bei den Great Highland Bagpipes, a-a-A, oder e-a-A. Die Griffweise ist wie bei den Highlandpipes, die Bohrung der Spielpfeife konisch. Sie ist leiser als die Highlandpipes und wird in den Highlands Reel-Pipes genannt. Auf Einladung von "Kilts and More" und der "Heidelberg and District Pipes and Drums Band" gab Fred Morrison am 5. November ein Konzert in Mühlhausen bei Heidelberg.

Fred lebt auf der Insel Uist in den Outer Hebridies und kommt eigentlich von den Great Highland Bagpipes, spielt aber darüber hinaus auch meisterlich Low Whistle und eben die Reel-Pipes. Die zur Zeit besonders gerne, so sagte er in einem Interview im Oktober 2004. Vor einem begeisterten Publikum spielte er vor allem Titel aus seinen beiden letzten CDs "Sound of the Sun" und "Up South". Für uns Northumbrian Smallpipers ein neue interessante Erfahrung. Klasse Konzert!

Mehr Info zu Fred und seiner Musik unter www.fredmorrison.com

Uli Meißner

Rafael Daun , eingetragen am 8. Mai 2007, 21:26

Dazkarieh

Portugal und Nyckelharpa?Geht das? Ich würde sagen: aber ja, warum nicht! Eine weitere CD, die zeigt daß die Nyckelharpa mehr sein kann (und sollte) als ein rein schwedisches "Brauchtums-Requisit" oder "Fidelersatz" für MA-Combo's.

Zur Gruppe Dazkarieh ( gespr: Daschkarje) sind auf der CD-Hülle außer den Namen der Mitglieder keine weiteren Informationen erhalten, deshalb zitiere ich hier auszugsweise aus dem Programmheft des TFF Rudolstadt 2007, wo diese Truppe zu den positiven Überraschungen zählte: "...Auffällig auch, daß sich keine Spur von Fado in der Musik findet- dafür aber Elemente der reichhaltigen Volksmusikkultur Portugals. Auf deren Basis entwickeln die Musiker eine sehr dichten, kraftvollen Klang, der eine Klassifizierung wie "akkustuscher" nahelegt. Und über allem strahlt die Stimme von Joana Negrao, die mit großem Charme die teils traditionellen, teil selbst geschriebenen Songs über die Rampe bringt. Nicht spektakulär, aber sehr schön..."

Noch Fragen? Dann am besten selbst anhören!

Gunter Streffing

Rafael Daun , eingetragen am 8. Mai 2007, 21:08

"Walfänger" - Trio Schlüsselbund

Das Trio Schlüsselbund wurde im Herbst 1996 gegründet und gewann beim TFFRudolstadt 1997 den deutschen Folkförderpreis. Das m.E. etwas hausbackene Cover der CD täuscht über den Inhalt gehörig hinweg.

Wer hier brave, betuliche Musik für NH erwartet, irrt sich: mal swingt es wie weiland bei Django Rheinhardt, mal fließt eine Melodie still dahin, um dann plötzlich in stürmische Dramatik auszubrechen, mal "groovt" es im Dreiertakt, dann wiederum wird eine Geschichte erzählt (Walfänger), kurzum, trotz der stilistischen Bandbreite, die Trio Schlüsselbund bieten, wirken die sämtlichen Eigenkompostionen (von Gunther Frick) niemals beliebig sondern immer wie aus einer Hand.

Trio Schlüsselband bestanden zur Zeit der Aufnahme aus Gunther Frick ( Schlüsselfiedel), Dietmar Frick (Harfe, Gitarre), Georg Hunkel ( Baß, Djembe), ob die Gruppe heute noch besteht, ist mir nicht bekannt, da um 2000 Gunther Frick nach schwerer Krankheit verstarb.

Auf jeden Fall sei diese Scheibe jedem NH-Liebhaber wärmstens empfohlen!

Gunter Streffing

Rafael Daun , eingetragen am 5. Mai 2007, 22:18

Hummel-Kurse

Der Name Hummel assoziiert das tiefe Brummen des Insekts mit dem Klang des Borduns der Drehleier. Dieser durchgehende Begleitklang fasziniert Zuhörer und Spieler dieses über 800 Jahre alten Instruments gleichermaßen.

Da die Drehleier und das Wissen um ihre Spieltechnik seit ca. 100 Jahren bei uns verloren gegangen waren, fuhren interessierte Musiker und Musikerinnen nach Frankreich. Dort gibt es eine langjährige Tradition und ein reichhaltiges Repertoire.

Aus dem Wunsch das Instrument und seine Musik in Deutschland zu verbreiten, entstand die Idee, Kurse anzubieten. 1978 gründete sich in Frankfurt am Main das Drehleier-Ensemble "Die Hummel". Mitglieder der "Hummel" verfassten 1980 eine Drehleierschule, die derzeit in der vierten Auflage im Handel erhältlich ist. (Die Drehleier - Lehrbuch des Frankfurter Drehleierensembles "DIE HUMMEL" 48 Seiten / DIN A 4, Best. Nr. HV-01, Buch 16.50 Euro)

Die Hummel steht heute für eine renommierte Kursarbeit mit dem Schwerpunkt Drehleier. Das Angebot wurde um Kurse für Diatonisches Akkordeon sowie Dudelsack erweitert. Einmal im Jahr gibt es außerdem einen Nyckelharpa-Kurs. Im Haus finden parallel auch Smallpipe-- und Konzertinatreffen mit Kursen statt. Die Kursleiter und Kursleiterinnen kommen aus dem ganzen Bundesgebiet und sind in verschiedenen Gruppen aktiv.

Im Jahre 2004 traten die Aktiven der Hummel in den Bordun e.V. ein. Seitdem werden die Kurse der "Hummel" von Bordun e.V. organisiert.

Seit 1980 finden Hummelkurse zweimal jährlich statt, derzeit im Wilhelm-Kempf-Haus www.tagungshaeuser.org/naurod.html in Naurod bei Wiesbaden.

Weiteres zu Terminen, Lehrern und Kursen und Ansprechpartnern ist auf der eigenen Homepage der "Hummel" zu finden: www.hummelkurse.de

"Dudelsäcke in Böhmen, Mähren und Schlesien" - Pavel Cip und Rudolf F. Klapka

Ein sehr schön gestaltetes Buch, das nicht nur einen historischen Überblick über die Volksmusik der im Titel genannten Regionen der heutigen Tcheschischen Republik gibt, sondern neben einer kleinen Spielschule auch detaillierte Erläuterungen zum Bau eines Dudelsackes beinhaltet, alle Kapitel sind außerdem durch viele, mehrheitlich farbige, Abbildungen illustriert.

Als "Zugabe" obendrein gibt`s auf der beigelegten CD nicht nur ausführliche technische Zeichnungen zu zwei unterschiedliche Dudelsack-Typen für den am Selbstbau Interessierten, sondern auch insgesamt 19 Musik-Beispiele diverser Enembles aus Tschechien in guter Tonqualität, also keine sog. "Feldaufnahmen"!
Jedem Dudelsack-Liebhaber zu empfehlen.

Erhältlich ist das Buch beim: Verlag der Spielleute www.spielleute.de

Gunter Streffing