Sommerbordunale 2007 - Eine Nachlese
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- Kategorie: Sommerbordunale
- Erstellt am Sonntag, 26. August 2007 18:35
- Geschrieben von Ingeborg Begalke
Samstag nachmittag, 16.00 Uhr – die Sonne scheint warm, über den Himmel ziehen vereinzelte dicke weisse Wolken, angetrieben von leicht böigem Wind. An den Bistrotischen vor dem Haupthaus der Jugendbildungsstätte St. Michael-Turm sitzen einige sich angeregt unterhaltende Menschen. Der Empfangspavillon gegenüber ist ebenfalls besetzt – für ankommende Tagesgäste und als Auskunftstelle. Es wird gelacht. Ansonsten scheint das Festivalgelände wie ausgestorben.
Drei Treppenstufen hinauf und vor einem erhebt sich ein großes Tanzzelt auf der sonst weitläufigen Wiese. Musik ist daraus zu hören – Harfe? Harfe und Flöte. Ein paar Schritte weiter haben die zarten Klänge das Nachsehen. Ein Walzer dringt ans Ohr: Dudelsäcke, Drehleiern, Akkordeon, Nyckelharpa, Flöten, Saxofon ... – ein paar Schritte weiter, rechts unter einem großen Baum sitzen bald zehn Männer und Frauen im Rund und spielen Tanzmusik.
Dort angekommen reicht der Blick auch um das Tanzzelt herum. Dahinter: ein weiteres, kleineres Zelt, in dem zwei Drehleierspieler ihr Repertoir austauschen. Dann ein weiteres Duo auf den Bänken um den Lagerfeuerplatz – diesmal Nyckelharpa und Flöte. Rechts lockt ein Getränkeausschank, an dem wieder nur einfach Unterhaltung und Gelächter stattfinden. Dabei ein Grill. Es duftet... und tönt aus einer anderen Ecke. Nichts zu sehen – doch - weiter unten auf dem Campingplatz hat sich spontan eine Band zusammengefunden und wer sich eine Weile daneben stellt, erlebt, dass sie „lebt“ – mal kommt jemand neues dazu, mal packt jemand sein(e) Instrument(e) wieder zusammen, nachdem er oder sie einige der ohne Programm oder Noten angespielten Stücke mitgespielt hat.
Wieder oben auf der Hauptwiese haben inzwischen drei junge Männer angefangen, „Marktmukke“ zu interpretieren. Nicht schlecht, aber seeehr laut. Ein Blick ins große Tanzzelt, an dieser Seite offen: Männer und Frauen steheen im Kreis, dazwischen steht der Harfinist, der noch eben den Text des Liedes übersetzt, zu dem gleich getanzt werden wird. Er singt los, die Flöte setzt ein - Seitschritt, Seitschritt, über Kreuz – trotz der zwischengerufenen Tanzanweisungen droht immer mal wieder Chaos, wird aufgefangen und löst sich schließlich in Gelächter auf.
Zurück zum Haus – das Bild hat sich völlig geändert: 30-40 Menschen beiden Geschlechts und jeglichen Alters bevölkern den Vorplatz, belagern den Pavillon, an dem diesmal vielleicht sogar das vollständige Programm angeschlagen ist und streben schließlich wieder auseinander. Wohin? Schnupperkurs Akkordeon oder Didgeridoo, Vortrag im „Sonnensaal“, zu den fortgeschrittenen Dudelsackanfängern, die seit Stunden Bal Folk-Repertoir üben – oder wieder über die Wiese, Klänge sammeln und dann am Bierwagen die Sonne geniessen.
So sollte es sein und war es auch.
Ingeborg Begalke